Sächsisch-Erzgebirgischer
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Auftakt für Jubiläumsjahr 450 Jahre
Klöppeln im Erzgebirge Deutscher Klöppelspitzen-Kongress 2012 in Annaberg-Buchholz |
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Das Erzgebirge ist das größte zusammenhängende Klöppelgebiet Deutschlands. In keiner anderen Region pflegen so viele Bürger das traditionsreiche Handwerk. Nirgendwo sonst wird diese Kunst auf Hochschulniveau gelehrt, wird Historie und Avantgarde in so wunderbarer Weise miteinander verwoben. International haben die erzgebirgischen Fadenkünstler u. a. Kontakte nach Holland, Belgien, Frankreich, Finnland, in die Schweiz, nach Italien und weitere Länder. Gegenwärtig schätzt man die Zahl aktiver Klöpplerinnen im Erzgebirge auf etwa 20.000. Vor allem durch Absolventen der Fachhochschule Schneeberg, durch die verstärkte Fokussierung auf neues Design, auf Kinder und Jugendliche sowie aktuelle Modetrends erlebt das traditionsreiche Klöppelhandwerk derzeit eine Renaissance. Mit dem Jubiläumsjahr „450 Jahre Klöppeln im Erzgebirge“, mit dem Deutschen Klöppelspitzen-Kongress 2012 in Annaberg-Buchholz und weiteren Höhepunkten rücken der Sächsisch-Erzgebirgische Klöppelverband und die Stadt Annaberg-Buchholz die Klöppelkunst jetzt verstärkt in den Blickpunkt der Öffentlichkeit. Zum offiziellen Auftakt des Jubiläumsjahrs „450 Jahre Klöppeln im Erzgebirge“ informierten am 26. April 2011 Oberbürgermeisterin Barbara Klepsch, die Vorstandsmitglieder des Sächsisch-Erzgebirgischen Klöppelverbandes Manuela Fischer und Linda Mynett sowie Frau Dr. Gabriele Lorenz, Kulturmanagerin und Bundesvorsitzende des Erzgebirgsvereins, über bevorstehende Veranstaltungen, Publikationen und Projekte. Erstmals präsentierte der Sächsisch-Erzgebirgische Klöppelverband dabei das offizielle LOGO und ernannte die ersten Botschafter für das Festjahr. Es sind Oberbürgermeisterin Barbara Klepsch, Kulturmanagerin Dr. Gabriele Lorenz und die amtierende Annaberger Klöppelkönigin Heike Kluge. Annaberger Klöppeltage: Buchvorstellung, Wanderausstellung, Mode u. a. Der krönende Abschluss des Jubiläums ist der 30. Klöppelspitzen-Kongress des Deutschen Klöppelverbandes e.V., der vom 13. bis 15. April 2012 in Annaberg-Buchholz stattfinden wird. Die Stadt erwartet dabei 5.000 – 10.000 Fachbesucher aus ganz Deutschland und dem Ausland. Zum diesjährigen 29. Klöppelspitzen-Kongress in Bad Pyrmont vom 29. April bis 1. Mai 2011 übernahm eine Delegation aus Annaberg-Buchholz unter Leitung von Oberbürgermeisterin Barbara Klepsch offiziell den Staffelstab für die Ausrichtung des nächsten Klöppelspitzen-Kongresses. Angesichts seiner Geschichte ist die Erzgebirgsstadt dafür hervorragend prädestiniert. Hier lebte und arbeitete Barbara Uthmann (1514-1575). Die berühmte sächsische Montanunternehmerin war neben ihrer bergbaulichen Tätigkeit auch als Verlegerin von Borten und Spitzen aktiv und beschäftigte dabei bis zu 900 Klöpplerinnen bzw. Bortenwirkerinnen. Noch heute tragen ein Wohngebiet und die Annaberger Klöppelschule ihren Namen. Auf dem Annaberger Markt befindet sich als Wahrzeichen der Stadt der Barbara-Uthmann-Brunnen. Bereits in den folgenden Monaten des laufenden Jahres werden interessante Veranstaltungen im gesamten Erzgebirge das Jubiläum thematisieren. Beispiele dafür sind das Kinder- und Jugendkunstsymposium vom 16. bis 18. Juni 2011 im Schloss Schwarzenberg, das 3. Inter-nationale Klöppeltreffen am 2. und 3. Juli 2011 in Seiffen und das Klöppeltreffen am 14. August in Pobershau. Darüber hinaus wird in Schwarzenberg und Annaberg-Buchholz zu verschiedenen Terminen Klöppelurlaub angeboten. Besondere Glanzlichter erwarten die Besucher zu den 22. Annaberger Klöppeltagen vom 17. bis 21. September 2011. Anlässlich des Jubiläumsjahrs wird dabei die neue Wanderausstellung „450 Jahre Spitzenklöppeln in Erzgebirge“ eröffnet. Tafeln, Texte und Fotos, historische Sachzeugnisse und moderne Unikate spannen dabei den Bogen über viereinhalb Jahrhunderte. Im Anschluss an die Klöppeltage geht die Ausstellung von Annaberg-Buchholz auf Reise durch das Erzgebirge, u. a. nach Schwarzenberg, Schneeberg, Seiffen und Marienberg. Außerdem soll zu den Annaberger Klöppeltagen erstmals das Buch „450 Spitzenklöppeln im Erzgebirge – Broterwerb – Handarbeit – Herzenssache“ der Öffentlichkeit präsentiert werden. Aus verschiedenen Blickwinkeln wird dabei das traditionsreiche Kunsthandwerk beleuchtet. Historische Darstellungen und Texte, Grafiken und Fotos, Modetrends, Stilrichtungen und Bräuche, aber auch das Arbeitsleben der Klöpplerinnen werden darin eine Rolle spielen. Darüber hinaus prägen hochkarätige Ausstellungen deutscher und internationaler Designerinnen, ein bundesweiter Klöppelwettbewerb, Schauvorführungen, exklusive Modenschauen, Kurse und Fachvorträge das Programm der 22. Annaberger Klöppeltage. Der Sächsisch-Erzgebirgische Klöppelverband will das Jubiläumsjahr nutzen, um seine (Faden-) verbindungen, die er seit 1990 zu nationalen und internationalen Partnervereine und -verbänden geknüpft hat, noch fester und enger zu knüpfen. Ziel ist es, einer traditionsreichen Handwerkskunst international, in der (Volks-)kunst , im Brauchtum und in der Mode noch mehr Geltung zu verschaffen und das riesige kreative Potenzial, das in ihr steckt, noch stärker als bisher nach außen zu tragen. In diesem Zusammenhang sollen auch die Kontakte nach Böhmen, einer traditionsreichen Klöppelregion, intensiviert werden. Den Beleg für das Klöppeljubiläum „450 Jahre Spitzenklöppeln im Erzgebirge“ liefert eine Notiz aus der Annaberger Chronik des Paulus Jenisius von 1604. Dort ist unter der Jahreszahl 1561 zu lesen: „Dieses Jahr kömpt (kommt) das Klöppelwerk in diesen Gebürgen auff ...“
Matthias Förster |
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